Geocaching – die moderne Schnitzeljagd

7. Mai 2010
Von vechtablogger
Das Logbuch des Schatzes. Die Finder müssen sich eintragen. Foto:   Vechtablogger

Das Logbuch des Schatzes. Die Finder müssen sich eintragen. Foto: Vechtablogger

Es gibt Menschen, die laufen mit einem GPS-Gerät durch die Landschaft und suchen nach kleinen Filmdosen, Plastikröhrchen oder Tupperschüsseln. In Vechta sichtet man sie mit viel Glück im Zitadellen-Park, nahe des Kaponier, bei Gut Füchtel oder am Moorbach. Bei ihrer geheinmnisvollen Suche wollen sie möglichst unerkannt bleiben.

Eva-Marie Schonhöft ist  so eine Geocacherin. Die 27-Jährige wandert nie ohne Navi. Denn das führt sie zu den kleinen Schätzchen. Sie arbeitet als Pädagogin beim Stellwerk Zukunft in der Falkenrotter Straße. Jetzt bringt sie anderen bei, wie sie mit Geocaching Spaß haben können. Danach hat es sogar der Vechtablogger kapiert.

Und so funktioniert es:

  1. Navi besorgen, in das man Längen- und Breitengrade eingeben kann und das auch zu Fuß funktioniert. Wer kein Gerät hat: Das Kreismedienzentrum verleiht welche – aber nur an Vereine oder Schulklassen. Mit einem Smartphone mit GPS funktioniert es auch.
  2. Bei www.geocaching.com anmelden. Das gibt es auch als App für iPhone und Android. Es gibt auch deutsche Seiten, aber diese hat laut Schonhöft die meisten Schätze gelistet.
  3. Einen Ort in die Suchmaske eingeben. Bei “Vechta” erscheinen 52 Geocaches. Wenn man auf einen draufklickt, erfährt man die Koordinaten. Es gibt Schätze, die leicht und welche, die besonders schwer zu finden sind, Schätze, die auf andere Schätze verweisen (Multicaches) und noch einige andere Sonderformen.
  4. Die Koordinaten ins Navigationsgerät eingeben.
  5. Loslaufen und nirgendwo gegenrennen.
  6. Am Ziel angekommen, muss der Schatz gesucht werden.  Wichtigste Regel dabei: Muggel dürfen nichts mitbekommen. (Muggel heißen die Ahnungslosen Nicht-Geocacher). “So verhindern wir, dass jemand die Schätze klaut”, erklärt Eva-Marie Schonhöft.
  7. Das Logbuch in der Dose mit Datum und Pseudonym versehen. Sollte ein kleiner Gegenstand drinliegen, etwa ein Überraschungseier-Tier, kann der gegen etwas anderes getauscht werden.
  8. Wer den Schatz partout nicht findet, kann sich über einen Buchstabencode, der bei der Schatzbeschreibung im Internet zu finden ist, einen Hinweis besorgen.

Annette Ahlert hat den Schatz. Er ist in einem Plastikröhrchen unter einem Stein verschraubt. Raffiniert. Foto: Vechtablogger

Annette Ahlert hat den Schatz. Er ist in einem Plastikröhrchen unter einem Stein verschraubt. Raffiniert. Foto: Vechtablogger

Für den Kindergeburtstag

Die meisten Geocacher sind im Erwachsenen-Alter. Aber die Pädagogin findet, dass die moderne Schnitzeljagd auch etwas für Kinder ist. So werde der langweilige Sonntagsspaziergang zum Erlebnis. Das will auch Annette Ahlert. Die 44-jährige Muter von zwei Kindern hat einen Kindergeburtstag mit einer Band Zehnjähriger vor sich und will wissen, wie Geocaching funktioniert. Beim Test an der Zitadelle findet sie, nachdem sie Hecken und Büsche durchkämmt hat, den ersten Schatz. Ein Röhrchen, das unter einem Stein befestigt wurde. Ganz schön ausgeklügelt. Jetzt kann sie auch die Kinder auf die Suche schicken.

Es gibt Schätze, die möglichst weit herumkommen sollen. So hatte Schonhöft einmal einen Playmobil-Cowboy gefunden, der nach Nordamerika wollte. Ob er es durch das viele Tauschen irgendwann dorthin geschafft hat? “Das dauert bestimmt ein paar Jahre”, meint die Geocacherin.

Wer ist Kalebimskop?

Für die meisten raffinierten Geocaches in Vechta ist ein gewisser Kalebimskop verantwortlich. Er hat ganz viele Schätze in der Kreisstadt gelegt, damit andere wie verrückt danach suchen müssen. Aber wer ist dieser geheimnisvolle Schatzleger? Wisst ihr vielleicht was? Der Vechtablogger macht sich auf die Suche nach Kalebimskop…

Und? Habt ihr schonmal Geocaching ausprobiert?

Weitere Artikel zum Thema:

Gestatten, Kalebimskop aus Knasthausen (17.Mai)

Vechtablogger versteckt Geocache (26. Mai)

Wichtigste Ausrüstung: Das Navi zeigt die Richtung an, in der der Schatz liegt. Foto: Vechtablogger

Wichtigste Ausrüstung: Das Navi zeigt die Richtung an, in der der Schatz liegt. Foto: Vechtablogger

Ähnliche Artikel:

  1. Gestatten, Kalebimskop aus Knasthausen!
  2. Vechtablogger versteckt Geocache

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17 Responses to “ Geocaching – die moderne Schnitzeljagd ”

  1. Arno Nym on 7. Mai 2010 at 10:33

    Hört auf, unser Hobby kaputt zu machen!

    • vechtablogger on 7. Mai 2010 at 15:48

      @Arno Nym: Niemand hat die Absicht, ein Hobby kaputt zu machen. Das Geocaching erfreut sich einfach zunehmender Beliebtheit. Und deswegen besteht auch ein allgemeines Interesse, darüber etwas zu erfahren. Oder wollen Sie anderen nicht den Spaß daran gönnen? Sie können sicher sein, dass ich keines der Verstecke, an denen Geocaches liegen, verraten werde.

      • Frer on 22. Mai 2010 at 15:27

        Das Problem bei der Sache ist nur, dass das ganze dann immer inflationärer betrieben wird und somit die Qualität dieses schönen Hobbies sinkt.

        Es geht nicht darum, anderen den Spaß nicht zu gönnen. Aber wenn diese Schatzsuche schon als Event bei Kindergeburtstagen herhalten muss und somit Rudelcachen betrieben wird, dann ist das unauffällig und muggelfrei wohl nur schwer möglich.
        Abhilfe schaffen könnte man hier, indem man für solche Aktivitäten eigene, temporäre Caches, die speziell für diesen Anlaß erarbeitet und gelegt werden und anschließend wieder entfernt werden. Sowas haben meine Frau und ich selbst schon für die Gäste einer unserer Partys gemacht. Das tolle daran ist, dass man das Geburtstagskind in die Erarbeitung des Caches miteinbeziehen kann. Prädikat: pädagogisch wertvoll, da nicht einfach nur Vorhandenes konsumiert wird, wie es heutzutage leider oft schon der Normalfall ist, sondern etwas eigenes, kreatives hergestellt wird, mit dem man anderen eine Freude macht.

        Auswirkungen des Publizierens von Geocaching zeigen sich übrigens mittlerweile immer mehr: eine größer werdende Flut an Cacher-Neulingen, sicherlich auch mittels GPS-fähigen Smartphones, die nach kurzem Einstieg auch schon erste Caches legen, die an Kreativität und Qualität einfach zu Wünschen übrig lassen. Das scheint mitunter der Grund zu sein, warum Premium-Member bei geocaching.com ihre Caches auch nur noch für Premium-Member veröffentlichen. Schließlich gibt es neben den simpel gelegten Micro-Caches auch Caches, die mit viel Aufwand erstellt wurden und bei dem ein unbeabsichtigtes Finden und Entfernen die Arbeit mehrerer Wochen oder sogar Monate zunichte machen würde.

        Richtige Aufklärung ist hier also von Nöten, damit die Grundidee dieses Hobbies erhalten bleibt und nicht jeder “Dahergelaufene” Filmdosen in die Luft wirft und die Koordinaten vom Aufschlagpunkt online stellt – um es mal etwas provokant zu beschreiben.

        Gruß aus Vechta

        Frer

  2. helferlein.bobo on 7. Mai 2010 at 11:20

    Wir kennen Ihn, verraten aber nichts!!!

    Grüße aus Diepholz

  3. exoforce on 7. Mai 2010 at 11:21

    ich kenne ihn auch!
    Gruß aus dem Heidmoor!

  4. gemini211199 on 7. Mai 2010 at 13:32

    Ich kenne ihn auch. Werde ihn aber auch nicht verraten.
    Oder: Sachdienliche Hinweise nimmt jeder Muggle gerne zur Kenntnis.

    Gruß aus dem Heidmoor

  5. fbcs on 9. Mai 2010 at 19:37

    Ich kenn ihn auch! Aber ich verrate es auch nicht.
    Vielleicht outet er sich ja selbst wenn er das liest.
    Aber das glaube ich nicht.

    Viele Grüße
    aus Dickel

    FBCS

  6. Fossy on 12. Mai 2010 at 20:47

    Hauptsache, ihm gefällts. ;-)

  7. [...] Artikel zum Thema: Geocaching – die moderne Schnitzeljagd Bookmark [...]

  8. Frau Petrell on 22. Mai 2010 at 12:59

    Machst Du mal bitte das Spoilerfoto vom Cache in der Zitadelle weg? Das verdirbt dann doch etwas den Spaß an der Suche.
    Danke!
    Peter Silie

    • vechtablogger on 22. Mai 2010 at 15:21

      Hallo Frau Petrell,
      das Foto steht mit Billigung von Kalebimskop – dem Erfinder dieses Caches – im Blog. Es soll anderen Leuten zeigen, auf welch interessante Ideen Geocacher beim Verstecken kommen können. Deswegen sehe ich keinen Grund, es zu entfernen.

      Zudem bin ich sehr behutsam dabei vorgegangen, über mögliche Verstecke zu berichten. Ich denke nicht, dass irgendjemandem der Spaß an der Suche vermiest wird – im Gegenteil wird es wahrscheinlich einige Leute geben, die über diesen Text den Spaß am Geocachen entdecken.

      Danke für dein Verständnis!

      • Frer on 23. Mai 2010 at 20:02

        Ein wenig seltsam finde ich das schon:
        Sie berichten über´s Geocachen und wollen es Leuten näher bringen, beherzigen aber die Bitten von Geocachern nicht. Dabei können Sie doch gerade von den Leuten lernen und mehr über´s Cachen erfahren, um dieses Wissen dann auch wieder richtig weiter zu vermitteln.

        Dabei ist gerade der Umgang mit Spoilerbildern und das Veröffentlichen dieser, ohne explizit darauf hinzuweisen, eine nicht gern gesehene Sache in der Cacherszene. So wird z.B. in Foren- oder Videobeiträgen immer extra darauf hingewiesen, wenn gespoilert wird.

        Das das Bild mit Erlaubnis von Kalebimskop im Blog erscheint ist dabei aber schon mal löblich. Dennoch wäre es eine Überlegung wert, ob im Blog oder am besten im Titel ein Spoilerhinweis erscheint oder man bindet das Bild mit Spoilerhinweis anders ein (z.B. Ausschnitt des Bildes im Blog, Vollbild per Mausklick).

        Wenn es aber nur darum geht, die Kreativität zu zeigen, die Geocacher beim Verstecken der Dosen entwickeln, dann hätte ja auch einfach ein Bild eines anderen Caches gereicht, das nicht in Bezug zum Zitadellen-Cache steht. Die Bildersuche bei Google gibt da auch schon einiges her.

        Ein wenig schließt sich hier für mich der Kreis,

        • Frer on 23. Mai 2010 at 20:16

          (schade, dass es hier keinen Button gibt, um den Beitrag zu editieren, z.B. wenn man das bereits Geschriebene versehentlich abschickt)

          Ein wenig schließt sich hier für mich der Kreis:
          Leute werden auf dieses schöne Hobby aufmerksam gemacht, dabei aber nicht ausreichend aufgeklärt und durch den entstehenden Hype erfährt diese Freizeitbeschäftigung dann einen Qualitätsverlust.
          Aber genau das ist das, was eigentlich keiner will.
          Gute Recherche, Aufklärung und Sensibilisierung würden hier Gutes tun.

          Freundliche Grüße

          Frer

      • Frau Petrell und Peter on 24. Mai 2010 at 16:54

        Hallo, das freut mich, dass Du Kalebimskop vor Veröffentlichung des Fotos gefragt hast. Umso ärgerlicher ist es, dass wir aufgrund des Fotos nun eigentlich nicht mehr suchen brauchen. Ich schätze, da sind wir nicht die einzigen. Bitte respektiere die Regeln des Geocachings soweit, dass du das Foto als Spoiler ankündigst oder zumindest die Beschreibung rausnimmst.
        Danke
        Peter Silie und Frau Petrell

  9. [...] Texte zum Thema: Gestatten, Kalebimskop aus Knasthausen! vom 17. Mai 2010 Geocaching – die moderne Schnitzeljagd vom 7. Mai 2010 Bookmark [...]

  10. S_L97 on 10. September 2011 at 11:41

    Hallo…

    ich finde es auch dumm, dass das Bild veröffentlicht wurde. Man kann einfach einen Ausschnitt zeigen, dass würde auch reichen.

    LG S_L97

    • S_L97 on 10. September 2011 at 11:43

      Ich finde es echt gut, dass Vechtablogger einen eigenen Cache gelegt hat. Problem: Der Cache ist schon wieder inarchiviert!!!

      LG

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