Gwildis geht in den Knast

11. Mai 2010
Von vechtablogger
Ab in den Knast: Am 5. Juni spielt Stefan Gwildis (2.v.l.) im Gefängnis-Innenhof. Bürgermeister Uwe Bartels, Gefängnis-Leiterin Petra Huckemeyer und Stadtsprecher Dr. Stefan Käthler (v.l.) wollen auch dabei sein. Foto: Vechtablogger

Ab in den Knast: Am 5. Juni spielt Stefan Gwildis (2.v.l.) im Gefängnis-Innenhof. Bürgermeister Uwe Bartels, Gefängnis-Leiterin Petra Huckemeyer und Stadtsprecher Dr. Frank Käthler (v.l.) wollen auch dabei sein. Foto: Vechtablogger

Er habe damals Glück gehabt, dass er nicht auch im Gefängnis gelandet ist, bekennt der Soulsänger Stefan Gwildis. “Ich habe auch viel Scheiße gebaut”, sagt er beim Pressegespräch im Rathaus in Vechta. Schließlich sei der Grad schmal zwischen dem Dasein als Opfer und dem als Täter. Das sei ihm immer wieder bewusst geworden bei seinen vielen Besuchen hinter Gittern.

Mini-Konzert für Gefangene

Insofern ist der Auftritt im Innenhof des Frauengefängnisses am 5. Juni keine Besonderheit für ihn. Oft gibt er Konzerte in Gefängnissen, erzählt er. Auch die Gefangenen in Vechta will der  51-Jährige mit einem Gastspiel vor dem eigentlichen Konzert erfreuen. “Ich frage mich so oft, was in diesen Menschen vorgegangen sein muss, dass sie zu Tätern wurden?”, meint Gwildis.  Vielleicht ist das der Grund, warum er sich ehrenamtlich für die Opfer-Organisation Weißer Ring einsetzt. Vor einigen Jahren habe er einmal eine freundliche Frau mit Engelsgesicht kennen gelernt, die ihn höflich um ein Autogramm bat. “Später habe ich erfahren, dass die Frau ihre Eltern im Schlaf ermordet hat”, erzählt Gwildis.

“Gute Songs kannst du auch auf dem Kamm blasen”

Auf seiner Deutschlandtour besucht Gwildis immer wieder Haftanstalten, spricht mit Gefangenen. Da bietet sich Vechta als Spielort an. Ansonsten verbinde er nicht viel mit der Stadt.

Bei seinem Konzert will der ehemalige Straßenmusiker leise Töne anschlagen. Er tritt “anplackt” auf, nur begleitet von Gitarre und Cello. “Einen guten Song kannst du auch auf dem Kamm blasen”, findet Gwildis. Puristisch würden die Songs intensiver wirken. So hören die Fans die auf deutsch umgedichteten amerikanischen Soulklassiker einmal anders. Dazu gibt es jede Menge Eigenkompositionen, verspricht der Sänger.

Keine Schirme, keine Handys

Karten für das Konzert kosten 30 Euro. Es gibt sie an allen Vorverkaufsstellen und im Internet bei der Stadt Vechta. Wer die Musical-Nacht im Gefängnis-Innenhof dazu buchen will, zahlt insgesamt 50 Euro. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Einlass ist um 18 Uhr. Aus Sicherheitsgründen müssen Besucher einen Personalausweis mitbringen. Schirme und Mobiltelefone sind verboten.

Keine ähnlichen Artikel

Tags: , ,

Einen Kommentar hinterlassen