Hasen-Prozess: Viel Rummel, wenig Neues

15. Juni 2010
Von vechtablogger

Hat sie nun Angst vor Hasen oder nicht? Das Gericht will erst im Juli entscheiden, ob die Schülerin das weiter über ihre Lehrerin behaupten darf.

Hat sie nun Angst vor Hasen oder nicht? Das Gericht will erst im Juli entscheiden, ob die Schülerin das weiter über ihre Lehrerin behaupten darf.

Vechta/KE. Unter großem Medienrummel ging am Dienstag die “Hasen-Verhandlung” vor dem Zivilgericht des Amtsgerichtes Vechta weiter.  Eine Vechtaer Lehrerin will erreichen, dass ihre 16-jährige Schülerin aus Goldenstedt nicht weiter behauptet, die Lehrerin habe Angst vor Hasen und „drehe durch“, wenn diese an die Tafel gemalt werden. Der Fall hatte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Ein traumatisches Erlebnis mit Hasen?

Eine 16-jährige Schülerin schilderte dem Gericht, dass sie dabei gewesen sei, wie die Lehrerin in der ersten Schulstunde in die Klasse gekommen sei, einen Hasen an der Tafel gesehen habe und weinend heraus gerannt sei. Das sei öfter passiert, wenn die Schüler sie geärgert hatten, auch wenn keine Tier an der Tafel zu sehen gewesen sei. Auf die Frage, ob sie sich erklären könne, warum die Lehrerin beim Anblick von Hasen so reagiere, erklärte die Schülerin, sie habe gehört, dass die Frau einen Hasen gehabt habe, der gestorben sei und deshalb so reagiere.

Wurde Lehrerin zwangsversetzt?

In der ersten Verhandlung hatte der Schulleiter der Vechtaer Geschwister-Scholl-Schule erklärt, die verklagte Schülerin sei nicht freiwillig von Goldenstedt, an der auch die Klägerin zuvor unterrichtet hatte,  an die Vechtaer Schule gewechselt, es habe dafür Gründe gegeben. Dem widersprach der Leiter der Goldenstedter Schule, der als Zeuge auftrat. Es habe keine Klassenkonferenz bezüglich einer Ordnungsmaßnahme angestanden.

Wer hat die Hasenzeichnungen an die Tafel gemalt?

Die verklagte Schülerin erklärte nach der nicht einmal 30- minütigen Verhandlung vor laufenden Kameras, dass sie selber keine Hasen an die Tafel gemalt habe. Allerdings habe sie es Mitschülerinnen erzählt, dass die Lehrerin heftig reagiere, wenn man die Mümmelmänner aufmale. Die Mitschülerinnen seien neugierig gewesen und hätten es  ausprobiert.

Auch die Zeugin berichtete den Reportern, dass an der Schule und darüber hinaus bekannt gewesen sei, welche Reaktionen es hervorrufe, wenn die Tierchen an der Tafel zu sehen seien. Man habe die Lehrerin aber nur ärgern wollen. Das Urteil wird am 20. Juli verkündet.

Jetzt aber mal in die Tasten hauen und dieses unfassbare Ereignis kommentieren!

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9 Responses to “ Hasen-Prozess: Viel Rummel, wenig Neues ”

  1. Maik on 15. Juni 2010 at 14:25

    Totaler Schwachsinn, die ganze Sache !

    Die Lehrerin hätte auch das Gespräch suchen können ohne gleich Anklage zu erheben.
    Außerdem sind die ganzen Schüler, die diese Mümmelmännersache alles noch Jugendliche, da muss man doch nicht so überreagieren.

  2. Woody_VEC on 15. Juni 2010 at 14:39

    Ohne jegliche Bezüge direkt aus dem Dienst entlassen. Auf eine so subtile Art und Weise zu versuchen, vorzeitig in die Pension zu kommen, darf keinesfalls durchkommen! Das ist der eigentliche Skandal!

  3. Ray on 15. Juni 2010 at 14:51

    Ganz schön doof vom Anwalt da eine Klage einzureichen – unabhängig ob er gewinnen oder verlieren wird. Die Auswirkungen hätte er sich doch denken können. Vielleicht wollte der Anwalt berühmt werden – aber auf Kosten seiner Mandantin.
    Manchen Anwälten fehlt einfach das menschliche Feeling – oder sie wollen Geld verdienen.

  4. Tasilo on 15. Juni 2010 at 15:31

    Es bleibt einfach der Eindruck: Da ist jemand, der möchte einen Grund, vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können.
    Schlimm. Vor allem, für die Schüler. Ich hoffe, die Eltern sehen die Geschichte gelassen. Ihre Kinder hatten nur das Pech, jemandem einen Streich zu spielen, der anschließend zum Anwalt läuft.

  5. Levent on 15. Juni 2010 at 15:35

    Berühmt braucht der Anwalt bzw. die Kanzlei nicht werden. Schließlich ist ein Sozius der Kanzlei, wenn auch a.D., der designierte Bundespräsident Christian Wulff.

    Ansonsten schließe ich mich an und meine, die Lehrerin gehört ohne Wenn und Aber ohne Pension entlassen und in ein LKH eingewiesen

  6. Maik on 15. Juni 2010 at 17:59

    Der Fall hat es sogar in die Tagesschau heute nachmittag geschafft.

    • Tasilo on 15. Juni 2010 at 19:41

      Wobei: Dass die Tagesschau aufspringt, finde ich übertrieben. Dafür gibt es doch Explosiv, Exklusiv und Co.

  7. Südoldenburger on 16. Juni 2010 at 09:57

    Moin zusammen,

    in was für Zeiten leben wir, dass sich sogar die Tagesschau mit so einem Sch…….. beschäftigt????

  8. Hase on 19. Juli 2010 at 21:44

    Ich kann das Verhalten der Lehrerin nachvollziehen. Ich selber habe jahrelang als Ausbilder für paranormale Handlungen gearbeitet. Neu an dem Fall ist, dass Schläfer auch auf Zeichnungen reagieren. Im Üblichen aktivieren wir sie mit Codewörtern. Hase, Häschen, hüpf, hüpf und Ähnlichem.

    Zwei Sachverhalte erkenne ich aber.
    1.) Als Lehrerin gefärdet Sie den Schulfrieden. Denn was, wenn Sie Biologie unterrichtet und über Kanickel … ohje..
    2.) Ihr gelingt es dank größter Selbstdisziplin, in den Ruhestand versetzt zu werden. Sie wäre ein Opfer terroristisch veranlagter Schüler und dafür muss der Staat herhalten.

    Fragt sich nur, wer die Dame dort eingeschleust hat.

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