Oyther Heimathaus – Geschichte wird lebendig

20. Juni 2010
Von vechtablogger

Georg Böske kann gar nicht so viele Hände schütteln – so viele Menschen wollen dem Vorsitzenden des Heimatvereins am Sonntag gratulieren. Gratulieren zum neuen Heimathaus, das die 40 Helfer innerhalb eines halben Jahres restauriert haben. Das alte Pfarrhaus ist jetzt Anlaufpunkt für alle Geschichtsfreunde, für alle, die etwas über Oythes Vergangenheit wissen wollen. Künftig soll es ein- bis zweimal wöchentlich für das Publikum. geöffnet sein.

Im Büro von Pfarrer Draude

“Hier hat uns Pfarrer Draude in den 90ern zum strengen Eheseminar empfangen”, erinnert sich Besucher Thomas Lübbehusen beim Rundgang. Jetzt ist hier die Bibliothek untergebracht. Denn das Heimathaus soll Museum aber auch Forschungshaus sein. Die ersten Besucher blättern schon in alten Kirchbüchern. Andere gehen einen Raum weiter. Einen Raum hat der Verein der Kirche gewidmet. Es ist der Türbalken des alten Pfarrhauses von 1711 zu sehen. Darunter ein Bild der Kirche.

Seit Jahrzehnten sammelt der Heimatverein alles, was nach Geschichte aussieht. Antike Möbel, Akten, Fotos. So entsteht ein Eindruck davon, wie die Menschen in Oythe vor 50 oder 100 Jahren gelebt haben – als Vechta noch weit weg war.

Die gute alte Theken-Zeit

Zum Beispiel in der Kneipe Tabeling. Viele ältere Menschen staunen, als sie die Theke aus der alten Wirtschaft, dort, wo jetzt das Pfarrheim ist, wieder sehen. “Hier haben wir so manches Bier geleert”, sagt ein Besucher und grinst. Darauf schenkt Michael Böging vom Heimatverein erstmal einen ein. Nostalgie pur!

Die alte Theke aus der Wirtschaft Tabeling steht jetzt im Heimathaus. Foto: Vechtablogger

Die alte Theke aus der Wirtschaft Tabeling steht jetzt im Heimathaus. Foto: Vechtablogger

Alles aus Spenden

4000 Arbeitsstunden haben die Ehrenamtlichen des Heimatvereins in die Restaurierung des Hauses gesteckt. 40.000 Euro haben das Material und die Handwerker gekostet, berichtet der Vorsitzende. Das Geld stammt aus Spenden und Zuschüssen der Stadt. Auch die Miete wird zur Hälfte von der Stadt bezahlt. Die andere Hälfte übernimmt ein Spender, der laut Böske nicht genannt werden will.

Es bleibt eine Menge zu tun. Nicht nur, dass man weiter Möbel aus Oythe zusammenträgt. Derzeit ist die Foto-Gruppe um Matthias Janßen, Bernhard Hoin, Anton Quatmann und Eberhard Thun dabei, alle Dias und Bilder zu digitalisieren. Eine Lebensaufgabe, meint Janßen.

Im Heimathaus finden Geschichte und Geschichten zusammen. Interessiert ihr euch für Heimatgeschichte? Was glaubt ihr, wie es war, vor 100 Jahren in Vechta zu leben?

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One Response to “ Oyther Heimathaus – Geschichte wird lebendig ”

  1. Tasilo on 20. Juni 2010 at 21:38

    Toll! Respekt vor der Leistung der Oyther. Heimatgeschichte kann spannend sein, wenn sie gut präsentiert wird. Scheint hier der Fall zu sein. Ich werde es mir mal ansehen.

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