Vom Banker zum Bogenschützen

24. September 2010
Von vechtablogger
Montags bis freitags Banker, danach Bogenschütze: Uwe Niedenführ aus Vechta bereitet sich auf die Burgmannentage vor. Foto: Vechtablogger

Montags bis freitags Banker, danach Bogenschütze: Uwe Niedenführ aus Vechta bereitet sich auf die Burgmannentage vor. Foto: Vechtablogger

Nein, im Mittelalter möchte Uwe Niedenführ nicht leben. Jedenfalls nicht dauerhaft. Es  reicht, wenn es an fünf- oder sechs Wochenenden im Jahr heraufzieht und am Montag wieder verschwindet wie bei einer Zeitmaschine. Samstag und Sonntag (25 und 26. November) kehr die düstere Zeit in Form der Burgmannentage in Vechta zurück. Dann wird aus dem Zitadellenpark ein mittelalterlicher Marktplatz und aus dem Bankangestellten der Bogenschütze Niedenführ.

Wer wollte früher nicht gerne Ritter sein?

Dann baut  der 48-Jährige das Zelt auf, wirft  seine Tunika um und schnappt sich Pfeil und Bogen. Die hat der Vechtaer selbst gebaut. Beim Zentrum für das experimentelle Mittelalter hat er vor einigen Jahren Lust bekommen. Zunächst nur, weil er schon im Schützenverein Stoppelmarkt mit dem Bogen geschossen hat. Doch schnell kam auch der Rest dazu  – die Klamotten, das Zelt und alles andere drumerherum.

Fast jeder Junge möchte einmal Ritter sein. Manche Erwachsene setzen ihren Traum auf diese Weise um. Vielleicht war es auch so bei Uwe Niedenführ?!

Ein Eindruck vom Leben im Mittelalter

Niedenführ hat versucht, alles so herzustellen, wie es gewesen sein könnte im Mittelalter. Jedes Möbelstück, dass er in sein Zelt stellt, hat er selbst gebaut. Bett, Stühle, Tisch, Truhen. Das Vorzelt hat seine Frau Kirsten genäht. “Die Leute sollen sehen, wie die Menschen im Mittelalter gelebt haben”, meint Niedenführ. Jedenfalls einen kleinen Eindruck könnte er geben, wenn am Wochenende die Besucher an seinem Zelt vorbei gehen und ihn fragen.

Am Sonntag um 12 Uhr zeigen Niendenführ und die anderen Bogenschützen bei ihrem Angriff über den Burggraben auf den Wall, der die Zitadelle darstellen soll, wie gut sie schießen können.

Sturm auf die Zitadelle: Auch in diesem Jahr soll es wieder Kampfvorführungen geben.

Sturm auf die Zitadelle: Auch in diesem Jahr soll es wieder Kampfvorführungen geben. Foto: privat

Ohne Errungenschaften der Postmoderne geht es nicht

Doch so schön das Abtauchen in eine andere Zeit ist – auf den Luxus der Postmoderne möchte Niedenführ nicht verzichten. Und so stehen neben dem Mittelalter-Lager Duschcontainer und Toiletten. Und das Handy ist auch dabei – aber nur für den Notfall.

Die Burgmannentage laufen Samstag von 13 bis 20 und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Unter anderem gibt es jeweils um 15.30 Uhr Kampfvorführungen auf dem angrenzenden Sportplatz.

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