Mehlbolzen: Ein süßes Stück Südoldenburg

22. Oktober 2010
Von vechtablogger
Hmmh, süße Mehlbolzen. Lisa schmeckt der Südoldenburger Keks. Foto: Vechtablogger

Hmmh, süße Mehlbolzen. Lisa schmeckt der Südoldenburger Keks. Foto: Vechtablogger

Sie sind weiß mit bunten Streuseln darauf und schmecken fast nur nach Zucker: Mehlbolzen. Kennt ihr nicht? Ich bislang auch nicht.  Mehlbolzen sind eine Spezialität des Oldenburger Münsterlandes. Weiter hinaus haben es die blassen Kekse bisher nicht geschafft.

Warum bloß? Bei kleinen Kindern kommen sie jedenfalls gut an, wie die kleine Lisa auf dem Foto zeigt. Bei Erwachsenen sind die Meinungen eher geteilt. Dafür sind sie den meisten dann doch zu süß, oder?

Kennt ihr die Herkunft?

Woher kommen die Mehlbolzen? Es gibt nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag dazu. Selbst in den Backstuben weiß kaum jemand etwas. Ratlosigkeit herrscht auch beim Oyther Heimatverein. Beim Museumsdorf Cloppenburg recherchieren die Forscher noch.

Aber ihr, liebe Leser, könnt helfen! Klärt den zugereisten Vechtablogger und andere Unwissende auf. Was hat es mit den Mehlbolzen auf sich? Wenn genug Infos zusammen kommen, machen wir einen Wikipedia-Eintrag daraus.

Wolfgang Bernhard mit fertigen Mehlbolzen. 80 Bleche davon backt der Bäcker pro Saison. Foto: Vechtablogger

Wolfgang Bernhard mit fertigen Mehlbolzen. 80 Bleche davon backt der Bäcker pro Saison. Foto: Vechtablogger

Immerhin wissen wir jetzt schon, wie die süßen Kekse gemacht werden. Wolfgang Bernhard, Geselle in der Bäckerei Prüllage an der Oyther Straße verrät sein Rezept – heruntergerechnet auf eine haushaltsübliche Menge. Man nehme

  • 300 g Zucker
  • 180 g Margarine
  • eine Prise Salz
  • 1/4 Liter Wasser
  • 10 g Hirschhornsalz (aus der Apotheke)
  • 650-700 g Mehl
  • Puderzucker
  • Wasser

Alle Zutaten zu einem Teig verrühren. Den Teig einige Minuten ruhen lassen. Dadurch wird er fester. Auf einem Backblech 2,5 Milimeter dünn ausrollen und ausstanzen. Bei 180 Grad (Umluft) zehn bis 15 Minuten backen. Nicht braun werden lassen. Puderzucker  und Wasser zu einem zähflüssigen Zuckerguß mischen und aufstreichen. Zum Schluss mit bunten Zucker bestreuen.

Hirschhornsalz ist ein Triebmittel für den Teig, das streng riecht, erklärt Bäcker Bernhard. Herkömmliches Backpulver ist seiner Ansicht nach kein Ersatz. “Ohne Hirschhornsalz sind Mehlbolzen keine Mehlbolzen”, sagt er.

Mögt ihr Mehlbolzen? Welche Erinnerungen verbindet ihr mit den weißen Keksen aus Südoldenburg? Schreibt es in die Kommentare!

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13 Responses to “ Mehlbolzen: Ein süßes Stück Südoldenburg ”

  1. Ralf on 22. Oktober 2010 at 10:52

    …also ich mag sie gerne ;-)

  2. Maik Asbrede on 22. Oktober 2010 at 11:51

    Bei Mehlbolzen denke ich immer an meine Grundschulzeit in Oythe zurück, da gab es so oft Mehlbolzen beim Hausmeister-Kiosk in der Pausenhalle.
    In diesen Pausen, wo der Hausmeister die Teile vorrätig hatte, haben immer alle Kinder Mehlbolzen gekauft, das war DER Verkaufsschlager :)

  3. Lolly55 on 22. Oktober 2010 at 15:32

    geht da mal drauf immerhin gibt es leute die dies in google reinzetzen!!!!

  4. Lolly55 on 22. Oktober 2010 at 15:34

    wer mag sie nicht????
    also ich bin 17 und wenn die bei uns zu haus gebacken werden bin ich wieder kind^^
    also ich ess die echt gerne aber zu viel ist ja bekanntlich auch nich gut

  5. Lokalhelden-Bernd on 22. Oktober 2010 at 18:43

    Mehrlbolzen sind auf eine katholische Tradition zurückzuführen.
    Sie wurden nämlich traditionell immer kurz vor dem St. Martinsfest gebacken. Das ist auch heute noch so. Daher gibt’s Mehlbolzen häufig auch als Form einer Gans. In der Backtradition hat sich jedoch das Martinsbrot oder der Stutenkerl (beide auch wegen des St. Martinsfest) mehr durchgesetzt, als der Mehlbolzen. Die Martinsgans ist ein Symbol für St. Martin.
    Kenne das auch noch aus meiner Kindheit. Da gabs Mehrbolzen immer direkt nach dem St. Martinsumzug mit Laternen.
    Das Fest des Hl. Martin feiert die Kirche am 11.11. Gleichzeitig ist an diesem Tag der Beginn der Karnevalszeit. Vermutlich geben die bunten Mehlbolzen auch schon einen “Vorgeschmack” auf die bunte Karnevalszeit.
    Also Mehrlbolzen = Zeichen für St. Martin und Vorgeschmack auf Karneval.

  6. winterwoundergirl on 30. November 2010 at 19:17

    Hey
    also ich bin im September nach Mecklenburg Vorpommern gezogen.
    Und zur Weihnachtszeit habe ich auch gleich die leckern Mehlbolzen gebacken und diese hier auch gleich vorgestellt.
    Also die kammen hier richtig gut an und das Rezept habe ich auch gleich weiter gegeben.

    Und ich selber kann in der Weihnachstzeit nicht ohne die Mehlbolzen leben.
    Keine Mehlbolzen zu Weihnachten ist auch kein richtiges. ;-)

  7. svenja on 28. Dezember 2010 at 18:02

    Hallo!
    Eigentlich komme ich aus Bergkamen und bin nach Lohne eingeheiratet, wohnen jetzt in Bochum. Mehlbolzen kannte ich bis vor 8 Jahren gar nicht. Eine Weihnachtszeit ohne diese mehligen Plätzchen kann ich mir nicht mehr vorstellen. Jedes Jahr nehmen wir nach den Feiertagen ein oder zwei Tüten mit nach Hause…Die halten sich lange und eingestippt in warmer Milch schmecken sie auch noch “hart” Ende Januar. Gut, dass das Rezept abgedruckt wurde, das werd ich mal ausprobieren. Aber wahrscheinlich ohne das Hirschhornsalz. Mal sehen.
    Mehlbolzen let’s go!

  8. peter on 1. Oktober 2011 at 15:58

    ist der teig flüsig ?

  9. Denise on 18. November 2011 at 21:54

    Hi!
    Ich komme gebürtig aus dem Umland Vechtas, wohne nun aber in Osnabrück und habe verzweifelt nach Mehlbolzen gesucht. Insgesamt 8 Bäcker habe mich verwirrt angeschaut und wussten nicht wovon ich spreche. Ohne Mehlbolzen kann man die winterliche Stimmung gar nicht genießen und ich freue mich darüber hier ein Rezept gefunden zu haben =)

    LG

  10. Andrea on 3. Dezember 2012 at 13:40

    Hallo,

    ich habe Mehlbolzen immer zur Weihnachtszeit bei meiner Oma in Holdorf gegessen. Danach habe ich vergebens nach welchen gesucht. Ich wohne jetzt in Hamburg und habe auch dort mal Mehlbolzen gefunden, aber es war nnicht das Selbe.
    Ich werde mal versuchen das Rezept hier nachzubacken, vielleicht gelingt es ja :)

    Liebe Grüße,
    Andrea

  11. Diana on 30. November 2014 at 17:09

    Mehlbolzen: eine zuckersüsse Kindheitserinnerung. Schon damals, also vor über 30 Jahren, gab es Mehlbolzen im Kindergarten in Form von Martinsgänsen für uns Kinder nach dem Laternenumzug. Dass das heute noch so ist finde ich wunderbar!

  12. Siri on 24. Dezember 2015 at 21:57

    Frohe Weihnachten :-)

    Nach langer Zeit habe ich heute von meiner Schwester Mehlbolzen – und das Rezept dazu von meiner Tante Elli – zu Weihnachten bekommen und mich riesig gefreut, denn die habe ich seit über 30 Jahren nicht mehr gegessen!

    Als Kind gab es die Mehlbolzen immer in den Ferien bei meiner Oma in Uptloh bei Bevern – entweder kam Tellmanns (Christa?) im Verkaufswagen vorbei oder wir Kinder (bei Oma waren fast immer mehrere oder die Nachbarkinder waren mit dabei …)sind zum Bäcker geradelt und haben uns dort welche besorgt. Eine super schöne Weihnachtsüberraschung.

    Liebe Grüße nach Vechta, Lohne und Umgebung aus der anderen Ecke von Niedersachsen (Harz)
    Siri

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