Radler und Große Straße: Ein Missverständnis?

13. März 2011
Von vechtablogger
So ist es richtig: Polizist Manfred Scholz passt auf, dass kein Radfahrer auf dem Fußweg der Großen Straße unterwegs ist. Foto: Vechtablogger

So ist es richtig: Polizist Manfred Scholz passt auf, dass kein Radfahrer auf dem Fußweg der Großen Straße unterwegs ist. Foto: Vechtablogger

Auf der Großen Straße in Vechta sind die Rollen klar verteilt: Fahrende Autos auf die Straße, stehende Autos auf den Parkstreifen, Fußgänger auf den Fußweg. Und Radfahrer? Die sind zum gr0ßen Teil nach wie vor auf dem Fußweg unterwegs, gefährden dort alte Leute, kleine Kinder und sich selbst. Löblich ist es daher, wenn Polizist Manfred Scholz so wie am Samstag gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Ordnungsamtes (früher sagte man despektierlich Politesse) auf den Bürgersteigen der Vechtaer Einkaufsstraße unterwegs ist.

Ganz klare Regeln

Sein Job: Radfahrer anhalten, die auf dem Fußweg fahren. Die Radler in Vechta haben sich seit der Umgestaltung der Gr0ßen Straße in den 90er Jahren offenbar immer noch nicht daran gewöhnt, dort zu fahren, wo sie hingehören. Polizist Scholz setzt daher vor allem auf Aufklärung:

  • In der Großen Straße gibt es keinen Radweg.
  • Radfahrer gehören auf die Straße.
  • Nur Kinder bis zum Alter von acht Jahren müssen und Kinder bis elf Jahren können auf dem Fußweg fahren.
  • Inline-Skates sind im Verkehrsrecht Spielgeräte. Deren Fahrer gehören auf den Fußweg.

Bis zu zehn Euro Geldbuße

Meistens reicht eine Ermahnung, meint Polizist Scholz. Es könnten aber auch fünf oder zehn Euro Geldbuße fällig werden, das liege im Ermessenspielraum der Polizei. Jedenfalls würde er inzwischen etwas weniger Radfahrer erwischen als noch vor ein paar Jahren. “Unsere Aufklärung zeigt Wirkung”, glaubt Scholz.

Dass es keinen Radweg gebe, gehöre zum Verkehrskonzept auf der Gr0ßen Straße. Die Radfahrer seien dazu da, den Autoverkehr zu bremsen. Aber vielleicht ist es genau das, worauf die Radfahrer keine Lust haben, oder? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

Übrigens, die gemeinsame Streife von Polizei und Ordnungsamt mache Sinn, findet Scholz. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes habe schließlich nicht die nötigen Mittel, um Sanktionen auch durchzusetzen – und das nutzten einige  Leute auch schamlos aus.

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15 Responses to “ Radler und Große Straße: Ein Missverständnis? ”

  1. pressesprecher on 13. März 2011 at 16:41

    Was ich immer wieder sage: Radfahrer sollen den Autoverkehr ausbremsen. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Nur, dieser funktioniert nicht, denn es reicht meines Erachtens nicht, sich um die Radfahrer zu kümmern und die wie Schiffschaukelbremser zwischen die Autos zu schicken. Das ist ein gefährliches Spiel.
    Ebenso sinnvoll und nötig wäre es, wenn man an die Kraftfahrer herantreten würde, um sie zur Einhaltung der Regeln zu bewegen (vielleicht auch zu zwingen), und so zu einem harmonischen Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu gelangen. Und wenn ich hier “aller” sage, dann meine ich auch die Fußgänger. Alle Nutzer der Großen Straße haben gleiche Rechte, die sie durch gegenseitige Rücksichtnahme auch zugestanden bekommen.
    Vielleicht wäre ja dann ein neues Verkehrskonzept eine Alternative: Shared Space (geteilter Raum). Informiert euch doch einmal dazu – auf http://www.wir-fuer-vechta.de findet ihr einen ersten Artikel.
    Aber positiv habe ich anzumerken, dass man augenscheinlich zum Handeln bereit ist. Denn es muss ja nicht immer erst etwas passieren, bis man wach wird. Weiter so!

  2. Maik Asbrede on 13. März 2011 at 17:08

    Von wegen Autoverkehr ausbremsen !
    Als Radfahrer hat man hinter sich nur solange eine Schlange von Autos bis kein Gegenverkehr mehr kommt – Dann wird hemmungslos über die durchgezogene (!!!) Linie überholt – und das sicherlich nicht mit den vorgeschriebenen 20km/h !
    Immer wieder kommt es dann zu Gefahrensituationen, z.B. an der Fußgängerampel oder wenn plötzlich Gegenverkehr auftaucht – wenn man dann als Radfahrer nicht mitspielt kann das mitunter zu einem schweren Autounfall führen.
    Aber alle Kritik hilft nicht – Bis auf “Wir Für Vechta” ist im Stadtrat anscheinend keine Partei bereit, etwas in der Großen Straße zu ändern.
    Ich persönlich wäre ja für Shared Space oder eine simple Einbahnstraßenregelung (Klingenhagen und Burgstraße könnte dann den entgegengesetzten Verkehrsfluss aufnehmen…)

  3. jivefresh on 13. März 2011 at 18:53

    Dann möchte ich als Radfahrer aber anregen, dass die Autofahrer bitte auch besser kontrolliert werden! Ich fahre jeden Tag dort lang und muss anmerken, dass 1. das Überholverbot und 2. der nach der StVO einzuhaltende Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird! Man lebt als Fahrradfahrer sehr gefährlich! Es wird von kaum einem Autofahrer Rücksicht genommen. Ich selbst habe es vor allem im Winter als sehr gefährlich empfunden. Man muss als Radfahrer nur kurz ausrutschen und schon würde man unter einem Auto landen, wenn dieses 1. überholt und 2. ein zu geringer Sicherheitsabstand eingehalten wird. Hier wird von der Polizei nicht genug getan!

  4. Lokalhelden-Bernd on 13. März 2011 at 23:02

    Ach deswegen gab’s am Samstag keine Knöllchen in der Großen Straße.
    Die “freundliche” Mitarbeiterin des Ordnungsamtes war anderweitig beschäftigt…
    Dann hab ich ja nochmal Glück gehabt :-)

    Ansonsten vernünftige Aktion.

    • pressesprecher on 14. März 2011 at 11:40

      Das ist leider genau die Einstellung, die unterm Strich so nervt: Man handelt im Straßenverkehr nur deshalb angemessen und regelkonform, weil man vielleicht Angst vor Konsequenzen hat und nicht aus Einsicht in die Notwendigkeit eines solchen Handelns.
      Und das “freundlich” in Anführungsstriche zu setzen ist meiner Meinung nach auch daneben. Ich möchte den Job dieser Ordnungsamtmitarbeiter nicht machen müssen, wenn ich bedenke, was sie sich von uneinsichtigen Zeitgenossen alles anhören müssen. Sie protokollieren doch nur das Fehlverhalten. Die Reaktionen der Erwischten sind oftmals beleidigend und schlimmer. Mich wundert, dass die Ordnungsamtmitarbeiter dabei noch so freundlich bleiben.
      Das Sprichtwort “Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus” hat viel Wahres. Mir sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes bisher stets freundlich und zuvorkommend begegnet. Vielleicht hat Lokalhelden-Bernd ja falsch in den Wald hineingerufen.

  5. S. on 15. März 2011 at 11:01

    Also ich persönlich finde es nicht so schlimm wenn Autofahrer die Radfahrer mal überholen … hin und wieder gibt es nämlich auch Radfahrer hinter denen man nicht einmal im 1. Gang fahren kann … und wenn nicht viel los ist in der Stadt finde ich das ehrlich gesagt ok… solange man da nicht mit 50 kmh oder was weiß ich durchballert. Und wenn da nicht gerade ein Radfahrer im ZickZack durch die Straßen fährt, besteht meiner Meinung nach jetzt auch keine große Gefahr. Beide Seiten müssen halt auf die Sicherheit achten, so wie überall halt.
    Und ich wollte nochmal anmerken, dass selbst die Polizei sich nicht an die vorschriebene Geschwindigkeit von 20 kmh hält ;-) Aber das dürfte ja bekannt sein.

    Bis jetzt habe ich auch noch nie was davon gehört, dass auf der Großen Straße ein Unfall war mit Autofahrer und Radfahrer… jedenfalls erinnere ich mich nicht daran.

    Aber mal ein anderes Thema.. es geht auch um die Große Straße!! Was mich dort am meisten aufregt sind die Autofahrer die im Parkverbot parken, auf der Straße oder auch direkt auf dem Fußweg… Einfach nervig… gegen die wird NICHTS unternommen.
    Ich habe es mal erlebt, dass ein Bekannter kurz auf den gestreiften Flächen in der Stadt gehalten hat um kurz Hallo zu sagen (saß im Auto). Da kommt die Polizei unm die Ecke und weist ihn darauf hin, dass er dort ja nicht halten kann und bitte weiter fahren soll.
    Und was passiert wenn überall Autos im Parkverbot parken usw. ??? NICHTS !!! Da fahen die einfach vorbei als wäre alles in bester Ordnung.
    Einfach lächerlich und nervig !

    • jivefresh on 16. März 2011 at 07:18

      Ich denke persönliche Meinungen stehen hier nicht zur Debatte, sondern die Verkehrsregeln die aufgestellt wurden um allen ein gutes Zusammenleben im Straßenverkehr zu ermöglichen. Wenn es nach meiner persönlichen Meinung ginge, wäre auch einiges anders. Auch wenn “man” noch von keinem Unfall wegen des Nichteinhaltens des Seitenabstandes zu einem Radfahrer gehört haben mag: Ein Abstand von sehr viel weniger als einem halben Meter zu einem Radfahrer (gerade gestern selbst noch erlebt!!!) ist einfach zu gefährlich!! Als Radfahrer muss man da schon die Augen auch hinten haben und bei einem zu geringen Abstand des Autos selbst den Abstand vergrößern, wenn überhaupt möglich, um 1. keinen Herzinfarkt zu erleiden und 2. sich selbst aus der Gefahrenzone zu bugsieren!! Ein jeder Autofahrer sollte sich einfach mal in die Lage eines Radfahrers versetzen und sich evtl. mal selbst auf der Großen Straße als schwächeren Verkehrsteilnehmer wiederfinden. Da würden einige vor Schreck vom Rad fallen!! Kurzum: Auto- und Radfahrer müssen gegenseitig Rücksicht nehmen und das ist zur Zeit einfach von seiten der Autofahrer kaum gegeben. Deshalb sehe ich hier Verbesserungsbedarf und wünsche mir mehr Kontrollen durch die Polizei!

      • S. on 16. März 2011 at 12:13

        Ja das sagte ich ja… beide Seiten müssen auf die Sicherheit achten…
        Und natürlich kann ich meine persönliche Meinung dazu sagen…
        Ich habe das jetzt zwar noch nie erlebt dass jemand mit weniger als einem halben Meter Abstand überholt aber das ist ja dann definitiv Wahnsinnig.

        Ich war natürlich auch schon das ein oder andere mal als Radfahrer auf der Großen Straße unterwegs und habe bis jetzt noch keine gefährliche Situation erlebt.

        Natürlich würde es einigen Autofahrern gut tun mal die Situation aus Sicht der Radfahrer zu erleben. Aber genauso sollten dann auch mal die Radfahrer das gleiche machen und sich ins Auto sezten. Die würden dann das ein oder andere mal auch ganz schön schlucken.

        Aber ganz klar gehören die Radfahrer auf die Straße..
        Und die Schuld für eine Gefährdung bei dem Autoverkehr zu suchen finde ich auch nicht die beste Lösung. Schließlich gibt es überall “schwarze Schafe”.
        Also ich habe von beiden Seiten schon echt unmögliche Sachen erlebt.
        Und das die Verkehrsregeln nicht immer so genau genommen werden ist ja auch keine Neuheit.. und das ist überall so.

        • jivefresh on 17. März 2011 at 07:25

          Ich habe nichts dergleichen gesagt, dass jemand seine Meinung nicht äußern darf/soll/könnte, sondern nur, dass es hier um die Verkehrsregeln geht, die hier gefährlicherweise nicht eingehalten werden, und nicht was ein einzelner für richtig im Straßenverkehr hält.
          Ja, es müssen BEIDE Seiten auf die Sicherheit achten, aber sehr häufig wird hier nur die eine Seite dazu genötigt dies zu tun!
          Dann können Sie sich wirklich glücklich schätzen, dass Sie dies noch nicht erlebt haben. Ich habe es grad vorgestern und auch gestern wieder erlebt!! Es ist also nicht die Ausnahme!
          Ich habe auch nichts davon gesagt, dass manche Radfahrer sich nicht daneben benehmen! Auch ich habe hier in vielen Situationen den Kopf geschüttelt.
          Die Schuld dafür habe ich auch nicht einzig und allein den Autofahrern gegeben. Ich sagte nur, dass ich es so erlebe, dass sehr wenig auf die Radfahrer geachtet wird und auch hier von der Polizei Taten folgen müssen, da es in dem obigen Leitartikel “nur” darum ging, Radfahrer vom Fußweg zu “verscheuchen”!
          Sie werden aber wohl mit mir konform gehen, dass in Situationen, in denen es angebracht ist, die Verkehrsregeln eingehalten werden sollten, oder etwa nicht??

  6. Günther on 16. März 2011 at 17:51

    Komme gerade mit dem Fahrrad aus der Innenstadt. Mitten auf der großen Straße wendete ein Pkw, um in eine gegenüberliegende Parklücke zu fahren. Mit dem Heck stand dieser Pkw auf meiner Fahrbahn, so dass ich ausweichen mußte, aber auf meiner Fahrbahnseite blieb. Im gleichen Moment überholt mich auf der Gegenfahrbahn ein Pkw mit einem Abstand von sicherlich weniger als 20 cm.Ich habe mich sehr erschrocken und wäre fast zu Fall gekommen. An der nächsten roten Ampel habe ich die Fahrerin auf ihr Fehlverhalten angesprochen, wurde aber von dem Beifahrer wüst beschimpft. Alltag in Vechtas Innenstadt!!!!!!

    • Maik Asbrede on 16. März 2011 at 19:45

      Unglaublich, solche ähnlichen Szenen habe ich allerdings im letzten Jahr auch zweimal mitbekommen.
      Es ist nicht mehr “feierlich”. In der Innenstadt muss was an der Verkehrsführung geändert werden, ich finde ja die Vorschläge gar nicht mal so schlecht. Die SPD möchte gerne eine Einbahnstraße und Wir FÜR Vechta Shared Space (gesonderte Form der Verkehrsberuhigung) – Ich hoffe eine dieser Ideen, bzw. eine Mischung aus beiden wird irgendwann mal umgesetzt, ohne dass vorher erst ein Unfall passieren muss…

    • jivefresh on 17. März 2011 at 07:29

      Das ist wirklich unglaublich! Diese Situationen sind leider nicht die Ausnahme. Auch ich erlebe im Besonderen diese Abstandsunterschreitungen sehr häufig! Ich würde die Autofahrer auch gerne auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen und hätte auch oft die Gelegenheit gehabt, aber genau das habe ich mir dann gedacht, dass man dann auch noch beschimpft wird. Das ist eine Unverschämtheit!!

  7. uxo on 24. März 2011 at 19:45

    Als Autofahrer muss man mit allem rechnen, erst fahren die Fahrradfahrer mitten auf der Straße mit 1,5 km/h, dann wird angehalten und um vor dem Gegenverkehr die Straßenseite zu wechseln. Wenn die Kupplung von meinem Auto nach 10 Minuten Große Strasse langsam anfängt zu riechen überhole ich auch.

  8. günther on 25. März 2011 at 19:11

    Wenn ich als Autofahrer die Große Straße benutzte muss ich damit rechnen einen Radfahrer (evtl. etwas älter) vor mit zu haben, der sehr langsam fährt. Da ein absolutes Überholverbot besteht, muss ich hinter ihm bleiben. Falls ich dieses nicht will, meide ich die Große Straße. Aber dazu sind viele Autofahrer nicht willens.

  9. Uwe on 29. März 2011 at 18:57

    Wann wird die Große Straße endlich eine reine Fußgängerzone. Dann hat die Diskussion hoffentlich ein Ende. Hier nur 2 Fälle aus meinem aufregenden Fussgängerleben. Ein Polizist in Uniform verlässt die Propsteiapotheke und wird dabei von einem älteren Radfahrer fast übergefahren. Ich denke, holla, endlich tut sich was. Der buchtet den für die nächsten Jahre ein. Oder jetzt kommt zumindest der gestreckte Zeigefinger mit einem “DU, DU”. Aber nichts da. Der Polizist geht weiter als wäre nichts gewesen. Ein paar Wochen später gehe ich bei Krümpelbeck um die Ecke und werde von einem jugendlichen Radfahrer fast angerempelt. Meinen bösen Blick hat er mit dem erhobenen Mittelfinger und einem drohenden “vorsicht” quitiert. Ja, es ist nicht ungefährlich, in Vechta einkaufen zu gehen. Und damit meine ich nicht nur den Verkehr. Vechta, die Einkaufsstadt.

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