Mach´s gut, Roland!

1. April 2011
Von vechtablogger
Obwohl es nicht so aussieht: Mit Kleinkind fährt man besser nicht offen. Das führt zu wilden Protesten. Foto: Vechtablogger

Obwohl es nicht so aussieht: Mit Kleinkind fährt man besser nicht offen. Das führt zu wilden Protesten. Foto: Vechtablogger

Jetzt ist Roland weg. Nach sechs Jahren und 20 Tagen. Dabei war er zuletzt so schön wie noch nie. Und dennoch musste ich mich trennen von meinem Peugeot 206 CC Roland Garros, meinem bisher allerliebsten Auto. Nicht, dass Roland zu sehr in die Jahre gekommen wäre, nein, aber die Vernunft gebietet es. Das schöne Cabriolet mit zwei Sitzen muss einem pragmatischen, repräsentativen Firmen- und Familienwagen weichen.

Praktisch. Das war Roland nie. Er hatte zwar vier Sitze, aber hinten konnte nur jemand Platz nehmen, der sich vorher die Beine hatte amputieren lassen. War das Dach unten, passte nicht mal eine Kiste Wasser in den Kofferraum. Und in den vergangenen zwei Jahren war der Beifahrersitz von einem Kindersitz belegt, auf dem meine Tochter auf dem Weg zur Tagesmutter Platz nahm.

Offen fahren mit Kind?

Aber immerhin: Seitdem passte auch wieder eine Kiste Wasser in den Kofferraum, denn offen gefahren werden durfte mit Lisa nicht. Das wollte weder Lisas Mama (wegen der Erkältungsgefahr), noch das Kind selbst (vermutlich, weil man dann die Räuber-Hotzenplotz-CD nicht mehr so gut hören konnte).

Rolands Zeit war seit wir zu Dritt sind eigentlich vorbei, wir wollte es uns nur nicht eingestehen. Hängen doch tolle Erinnerungen an dem Auto. Zum Beispiel, als wir zu zweit mit ihm im Frühjahr durch Bayern tourten – und auf dem Rückweg nahe Würzburg bei praller Sonne offen drei Stunden im Stau standen. Als wir auf der Bundesstraße durch ein Gewitter fuhren und uns anschließend im Kaufhaus neu einkleiden mussten (das Auto wird erst nass, wenn man weniger als 80 Stundenkilometer fährt, habe ich mir sagen lassen. Leider war da eine rote Ampel).

Eigentlich hat man sonst auch nur Hausfrauen mit diesen Modellen rumfahren sehen. Und trotzdem habe ich ihn gerne gefahren, den Roland. Eigentlich ist ein Auto für mich ein Gebrauchsgegenstand. Aber Roland war etwas mehr als das. Ihr denkt, das ist albern oder sentimental? Ja, ihr habt Recht.

Mit toller Mucke durch die Natur brausen. Das macht beim Cabrio-Fahren richtig Spaß. Foto: Vechtablogger

Mit toller Mucke durch die Natur brausen. Das macht beim Cabrio-Fahren richtig Spaß. Foto: Vechtablogger

Schönheitskur zum Abschied

In den letzten Wochen hatten wir nochmal alle Hände voll zu tun. Wir wollten Roland für seinen Besitzer fein machen. Wir haben die Hupe reparieren, die Fahrertür neu lackieren lassen. Die Sommerreifen aus dem Depot geholt. Schließlich waren wir noch bei Misini, dem Autoservice an der Münsterstraße. Dort stehen immer mindestens zehn Mann um ein Auto herum und wienern und wischen, was das Zeug hält (beim nächsten Besuch stelle ich euch den Laden mal näher vor).

So glänzte Roland zum Schluss wie neu. Bei Mobile.de wollte keiner so richtig anbeißen, außer einigen Versendern von  Spam-Mails, kam nur einer, der behauptete, das Auto würde mindestens 2000 Euro weniger Wert sein. Blödsinn!

Jetzt kommt das Vernunftauto

Die Annonce in der OV am Sonntag war erfolgreicher. Auf die Anzeige meldete sich eine nette Musiklehrerin aus dem Landkreis bei uns. Auch wenn sie am Anfang etwas Schwierigkeiten hatte, den Motor anzulassen, ich glaube, sie hat sich sofort in Roland verliebt. Bei ihr ist er bestimmt in guten Händen. Auf dem Parkplatz des Straßenverkehrsamts habe ich zweimal geschluckt und Tschüß gesagt.

Morgen kommt der Neue. Ob er einen Namen bekommt? Wahrscheinlich nicht. Dafür ist es zu sehr ein pragmatisches Auto. Wahrscheinlich werde ich ihm noch einen Autogas-Tank verpassen lassen. Wenn schon Vernunftauto, dann richtig.

Wie sehr hängt ihr an eurem Auto? Welche Erfahrungen habt ihr beim Autokauf oder -verkauf gemacht? Schreibt es in die Kommentare.

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26 Responses to “ Mach´s gut, Roland! ”

  1. Anke Hibbeler via Facebook on 1. April 2011 at 13:22

    Vielleicht sehen wir Roland auf der Umgehungsstraße bei Dinklage irgendwann wieder. B-) Dann hupen wir und reden uns ein, er hätte uns erkannt.

  2. Tasilo on 1. April 2011 at 13:32

    Hey, Vechtablogger, nimm es nicht so schwer. Andere Händler haben auch schöne Autos ;-)

  3. Georg Rosenbaum via Facebook on 1. April 2011 at 14:16

    Wie wärs mit Rad? Im Frühjahr ne gute Alternative, grantiert open air und emissionsfrei. Auch mit “10 gibts null Probleme und ne Umgehungstraße wird überflüssig, da man ja immer schnell direkt durch die Stadt kommt -:)

  4. vechtablog.de via Facebook on 1. April 2011 at 14:35

    ist fast ständig mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Zu Terminen außerhalb geht das aber leider nicht. Wer in Vechta kein Auto hat, ist auf verlorenem Posten.

  5. Georg Rosenbaum via Facebook on 1. April 2011 at 14:38

    Vorbildlich! (fast) alles, was ich in Bakum erledigen kann, mach ich ebenfalls mit Rad. Aber als Bakumer ist man halt noch mehr aufgeschmissen ohne fahrbahren Untersatz. Viel Glück und möglichst wenig Werkstattbesuche mit dem Neuen …

  6. Maik Asbrede via Facebook on 1. April 2011 at 15:00

    Vielleicht kommt ja bald auch der Stadtbus bis nach Bakum, dann kommt ihr auch bei Starkregen, Schnee und Minusgraden ohne Auto nach Vechta…..

  7. pressesprecher on 1. April 2011 at 15:06

    Roland – ich schmeiß mich weg. Männer, die Autos Namen geben, machen bei ihren Partnerinnen wohl auch nen Öl- oder Reifenwechsel, oder wie sehe ich das.
    Auto ist Auto und so heißt das dann auch: Auto!
    Grins ;-) aber eine Frage hätte ich noch: Woran hast du eigentlich erkannt, dass dein Auto ein Junge war, als du ihm den Namen gegeben hast? Am Auspuff? Und wenn das so ist, dann habe ich noch eine Frage: Wie sieht ein weibliches Auto aus?

    • vechtablogger on 1. April 2011 at 16:18

      @pressesprecher: Egal ob Auto mit oder ohne Namen, ich freue mich schon, mit dem Auto die neue Entlastungsstraße langzubrausen.

      • Maik Asbrede on 1. April 2011 at 19:44

        Jetzt schmeiß ich mich weg :-) ))

      • pressesprecher on 2. April 2011 at 09:25

        :-) Dann kauf dir mal besser nen Geländewagen, denn ich glaube kaum, dass die Entlastungsstraße weit über die derzeitige erste Bauphase hinauskommen wird. :-)
        (Scherz, damit Tasilo das auch merkt)

  8. Tasilo on 1. April 2011 at 15:51

    @pressesprecher: Die Ausstattungsreihe heißt “Roland Garros”. Erst nachdenken, dann sprechen, Pressesprecher.

    • pressesprecher on 2. April 2011 at 09:26

      Tasilo, das ist mir klar. Das war auch nicht so ernst gemeint, wie du es genommen hast.
      Und nachdenken kann ich auch, mache ich sogar regelmäßig.

      • Tasilo on 4. April 2011 at 14:47

        @pressesprecher: Ich werde drauf achten – vielleicht merke ich ja, wenn Du nachdenkst ;-)

  9. Jan on 1. April 2011 at 20:54

    Was wird der neue denn für einer, wenn ich fragen darf?

  10. vechtablogger on 1. April 2011 at 21:19

    @jan: ein Mercedes C-Klasse

    • Tasilo on 4. April 2011 at 14:48

      Prima, genau richtig für den Kreis Vechta. Hier ist der Wagen auf jedem Parkplatz in guter Mercedes-Gesellschaft.

  11. Maik Asbrede via Facebook on 7. April 2011 at 22:12

    Wann gibt es mal wieder neue Themen ?

  12. vechtablog.de via Facebook on 8. April 2011 at 09:04

    Locker bleiben, Maik, ich arbeite dran

    • S. on 12. April 2011 at 10:48

      Vielleicht mal einen Bericht über das neue Kino in Vechta… wann das mal endlich eröffnet usw.

  13. Georg Rosenbaum via Facebook on 8. April 2011 at 14:02

    Jo Maik, spätestens wenn Bakum nach Vechta eingemeindet worden ist … Schließlich werden in der katholischen Kirche ja auch alle Gemeinden zusammen gelegt. Dann können die Politiker Und dann kommt bestimmt ne U Bahn bis nach Bakum, nich wahr??? Schön gesponnen …

  14. Maik Asbrede via Facebook on 8. April 2011 at 14:13

    @ Stefan – Dass weiß ich doch :-)

  15. Maik Asbrede via Facebook on 8. April 2011 at 14:37

    @Georg
    Erst einmal: Schön dass wir uns sofort Duzen, obwohl wir uns gar nicht kennen, das nenne ich wahre Südoldenburger Nettigkeit ;-)
    Nur weil ich das Ausspreche, was ein Großteil von 3200 Leuten seit über 30 denkt, heißt das nicht, dass ich verrückt bin.
    Und nur weil ich mich dafür einsetze den ÖPNV in Vechta und Umgebung zu verbessern (Langförden, Lutten und auch ihr schönes Bakum) und an den Busverkehr anbinden möchte, um diese kleinen Dörfer noch attraktiver zu machen, da man auch ohne Auto mobil ist, müssen sie mir hier nicht dumm kommen.
    In 10-20 Jahren wird man ja vielleicht herausgefunden haben, wie positiv sich ein Zuzug von gerade Jungen Familien mit Kindern entwickelt, weil diese wissen “Ach in Bakum können wir gut leben, meine Kinder kommen auch ohne meine -Taxidienste” in Anspruch zu nehmen zu ihren Freunden nach Vechta und am Wochenende in die Vechtaer Diskotheken und darüberhinaus kann ich von Bakum aus mit dem ÖPNV in die ganze Welt kommen, da ich von dort aus direkt mit dem Stadtbus bis zum Vechtaer Bahnhof komme” und Bakum somit einen indirekten Bahnanschluss hat.
    Daher wünsche ich IHNEN noch ein schönes Wochenende.

  16. Malte West via Facebook on 10. April 2011 at 00:07

    Maik nicht immer sofort offensiv werden.. Maan nicht jeder will dir was böses also komm mal runter, er hat doch nur ein bisschen Sarkasmus an den Tag gelegt. Und es ist normal das im Internet die persönliche Anrede gewählt wird, gerade bei Facebook… also faaail sag ich mal so^^

  17. Maik Asbrede via Facebook on 10. April 2011 at 08:47

    Nein.

  18. Maik Asbrede via Facebook on 10. April 2011 at 22:15

    Wenn ich mich angegriffen fühle, habe ich auch das Recht mich zu verteidigen Malte.

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