Schnäppchenjagd in der Tiefgarage

9. April 2011
Von vechtablogger
Vor allem wegen der vielen Fahrräder kommen die Vechtaer zur Fundsachenverteigerung in die Tiefgarage des Rathauses. Foto: Vechtablogger

Vor allem wegen der vielen Fahrräder kommen die Vechtaer zur Fundsachenverteigerung in die Tiefgarage des Rathauses. Foto: Vechtablogger

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: 50 Fahrräder, zwei dutzend Handys, eine Schlagbohrmaschine, eine DVD-Sammlung, eine Wetterstation und und und. Alles das gibt es bei der Fundsachenversteigerung in der Tiefgarage des Rathauses. Pünktlich um 10 Uhr legt Heribert Pund los. Der 52-Jährige ist eigentlich der Vollstreckungsbeamte der Stadt, in der Tiefgarage darf er als Auktionator jetzt den Besitzerwechsel von Fundsachen vollstrecken.

Etwa 100 Leute haben sich in der neonbeleuchteten Garage eingefunden, sie stehen artig hinter einem Zaun, der den Auktionator und seine Helfer umgibt. Ein Fahrrad nach dem anderen rollen sie hervor, dazwischen kommen Elektrogeräte, Handys und anderer Trödel an die Reihe.

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Heribert Pund bringt die Fundstücke an den Mann. Foto: Vechtablogger

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Heribert Pund bringt die Fundstücke an den Mann. Foto: Vechtablogger

Familie Blömer aus Lutten hat zugeschlagen: Fünf Fahrräder, ein Reparaturset und ein Handy für weniger als 100 Euro ersteigert Alexandra Blömer an diesem Vormittag. Nicht alle Räder taugen zum Fahren. Ein Platten ist da noch das geringste Problem, bei anderen ist gar der komplette Rahmen verbogen. “Wir werden einige zum Ausschlachten nehmen”, meint die 32-Jährige.

Vom Bahnhof und aus Büschen

Die Fahrräder haben Bauhofmitarbeiter in Wäldern, Straßengräben und Büschen gefunden. Einmal im Jahr wird am Bahnhof aussortiert, herrenlose Leezen kommen ins städtische Gewahrsam. Abgeholt werden die allerwenigsten. Dagegen werden die meisten herrenlosen Handys und Geldbörsen auf dem Stoppelmarkt gefunden, berichten die Mitarbeiter des Fundbüros.

Andere Gegenstände stammen aus Nachlässen mittelloser Menschen. “Vom Erlös können wir wenigstens einen Teil der Beerdigung bezahlen”, berichtet Pund.

Wie wäre es mit einer Bohrmaschine? Auch das gibt es bei Heribert Pund (r.) und seinen Kollegen. Foto: Vechtablogger

Wie wäre es mit einer Bohrmaschine? Auch das gibt es bei Heribert Pund (r.) und seinen Kollegen. Foto: Vechtablogger

Zwei Stunden nach Beginn der Versteigerung stehen nur noch wenige Leute am Zaun in der Tiefgarage. “Jetzt kann man die besten Schnäppchen machen”, weiß Alexandra Blömer und meldet sich für einen Silberring. “Drei Euro!” ruft sie. Das reicht nicht, eine andere Frau bekommt den Zuschlag für vier.

Viel Elektroschrott

Eine Wetterstation wechselt den Besitzer für fünf Euro, eine DVD-Sammlung von 13 nicht-oscarreifen Filmen erzielt noch drei Euro. Einen Videorekorder findet keinen neuen Besitzer. Elektroschrott.

Die Stadt Vechta ist laut Pund um 1000 bis 1500 Euro reicher, genaueres werde der Kassensturz zeigen. Nur der Keller des Fundbüros ist immer noch nicht leer. Mehr als hundert Räder warten noch auf einen neuen Besitzer. Wenn die Wartefrist abgelaufen ist, kommen auch sie unter den Hammer. Wann, das steht noch nicht fest.

Habt ihr schon mal etwas Wertvolles zum Schnäppchenpreis ersteigert? Oder habt ihr auch schonmal etwas zum Fundbüro gebracht? Schreibt es in die Kommentare!

Sogar ein Minimotorrad gibt es zu ersteigern. Foto: Vechtablogger

Sogar ein Minimotorrad gibt es zu ersteigern. Foto: Vechtablogger

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4 Responses to “ Schnäppchenjagd in der Tiefgarage ”

  1. Jan on 10. April 2011 at 10:18

    Ich war leider noch nicht dabei, gibt es irgendwo eine Liste mit Terminen, bzw. wo finde ich diese?

    Mfg Jan

  2. vechtablogger on 10. April 2011 at 13:45

    Hallo, Jan
    die Versteigerung ist laut Fundbüro ein bis zweimal im Jahr. Termine werden von der Stadt bekannt gegeben.

  3. Tasilo on 11. April 2011 at 13:23

    Und Du hast nicht zugeschlagen?! Das Mini-Motorrad hätte Dir bestimmt gut gestanden.

  4. Stadt Vechta on 12. April 2011 at 14:16

    Auf den Internetseiten der Stadt Vechta ist es möglich, nach verlorenen Gegenständen im “Online Fundbüro” zu suchen. Die Suche und die Aufgabe von Fund- und Verlustmeldungen werden dadurch unabhängig von den Öffnungszeiten des Rathauses. Der Bürgerdienst der Stadt Vechta bietet viele Vorteile: so kann der Bürger von zu Hause aus nicht nur Such-Recherchen über die “öffentlichen” Daten durchführen oder Verlustmeldungen zur Einarbeitung in das Verlustbuch abgeben, er hat zudem Zugriff auf die Daten aller Fundbüros im Datenverbund. Damit werden Suchanfragen in den Fundbüros anderer Städte und Gemeinden möglich. Damit alle Bürgerinnen und Bürger den Bürgerservice nutzen können, wurde das “Online-Fundbüro” im Sinne der Barrierefreiheit optimiert.
    http://www.vechta.de/Burgerservice/Rathaus-online/Rathaus/Fundburo-online.aspx

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