Maitouren wirklich harmlos?

2. Mai 2011
Von vechtablogger
Stoppelmarktsbesäufnis am 1. Mai: Hier gibt es reichlich Sprit. Foto: Vechtablogger

Stoppelmarktsbesäufnis am 1. Mai: Hier gibt es reichlich Sprit. Foto: Vechtablogger

So richtig möchte man an die Version der Polizei von einem gesitteten Maifeiertag nicht glauben, wenn man am frühen Abend des 1. Mai über den Stoppelmarkt ging. Dort standen rund 100 Jugendliche mit Wodkaflaschen in der Hand zwischen Scherben, deren Menge einem Stoppelmarktsabend in nichts nachstand. Betrunkene pinkelten auf die Wiesen. Derweil herrschte zumindest noch am Nachmittag im Gulfhaus bei einem organisierten Bandnachmittag Totentanz. Gerade einmal 30 junge Leute lauschten im Zelt der Musik von lokalen Bands. Ob es am Abend besser wurde? Es wäre den Veranstaltern zu wünschen gewesen.

Überall Dreck und Scherben auf den Stoppelmarktswiesen. Foto: Vechtablogger

Überall Dreck und Scherben auf den Stoppelmarktswiesen. Foto: Vechtablogger

Aber vielleicht macht es den meisten einfach mehr Spaß, den Alkohol selbst mitzubringen, weil er billiger ist. Das geht natürlich nur dort, wo kein Einlass kontrolliert wird. Vielleicht wäre daher eine organisierte Fete auf dem Stoppelmarkt seitens des Jugendamts die bessere Alternative gewesen?!

Oder was ist eure Meinung? Wo habt ihr euch am Maifeiertag rumgetrieben?

Nix los im Gulfhauszelt ist am Nachmittag des 1. Mai. Foto: Vechtablogger

Nix los im Gulfhauszelt ist am Nachmittag des 1. Mai. Foto: Vechtablogger

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10 Responses to “ Maitouren wirklich harmlos? ”

  1. pressesprecher on 2. Mai 2011 at 13:33

    Alles fängt einmal klein an – so auch das organisierte Feiern am Gulfhaus zum 1. Mai. Aber das fröhliche Betrinken auf dem Stoppelmarkt zum Vorbild zu nehmen für künftige Aktionen wäre meiner Meinung nach ein Signal in die falsche Richtung. Das erinnert fatal an das Sprichwort “der Klügere gibt nach”. Wenn das zur Maxime des Handelns wird, dann regieren bald die Dummen die Welt.
    Ein Lob an die Unentwegten und Idealisten im Präventionsrat und bei Polizei und Stadt. Vielleicht hätte man ja mehr auf dem Stoppelmarkt kontrollieren müssen, aber was macht das letztlich für einen Unterschied, wo eine Feier stattfindet? Würde sie im kommenden Jahr auf das Stoppelmarktgelände verlegt, sähe es vor dem Gulfhaus aus wie im Rohstofflager einer Glashütte.
    Ich hoffe, dass hier – um bei den Sprichwörtern zu bleiben – steter Tropfen den Stein höhlt. Das Alkoholproblem bei Jugendlichen wird man nur langfristig in den Griff bekommen. Unsere Gesetze reichen aus – man muss sie nur konsequent anwenden. Und man sollte die Verantwortung dafür nicht immer nur auf Behörden und öffentliche Stellen wie Jugendamt, Ordnungsamt, Polizei oder Schulen abwälzen. Prävention beginnt zuhause – hier sind also letztlich die Erziehungsberechtigten gefordert. Wenn dort klare Ansagen gemacht werden, dann ist im kommenden Jahr das Zelt am Museum auch voll.

  2. terx` on 2. Mai 2011 at 14:23

    Ich selber war mit meiner Gruppe auf dem Stoppelmarkt zwischen 17 Uhr und 20:30 Uhr anwesend. Es lief dort -im Vergleich zu den Vorjahren- sehr ruhig auf dem Gelände ab. Es gab zwar den ein oder anderen Alkoholausfall, aber die wurden ohne große Zwischenfälle von ihren nüchteren Freunden nach Hause begleitet. Ich habe nur ein etwas heftigeres Wortgefecht mitbekommen, aber noch bevor die Fäuste flogen wurde beherzt eingegriffen. Die Polizei stattete mehrmals einen Besuch ab, griff jedoch meines Erachtens nicht in das Geschehen ein.

    Mangels Toiletten blieb vielen nichts anderen übrig, als in die Natur zu urinieren. Ich denke nicht, dass es deswegen ungesittet auf dem Marktgelände zulief. Dem widerspreche ich auch.

    Einzig das Müllproblem ist auf dem Stoppelmarktsgelände derzeit völlig unzureichend gelöst. Eine Gruppe von Flaschensammeln befreite den Markt von wertvollen Glasflaschen und unzerdellten Bierdosen. Die Plastikbecher blieben ebenso zurück wie die -Teller, -Gabeln und -Messer; sie zeugen von einem gemütlichen Grillabend. Von entsprechenden Müllbehältnissen fehlte jede Spur. (Meine Gruppe führte mehrere Müllsäcke mit, die wir auch vorbildlich gefüllt hatten)

    • pressesprecher on 2. Mai 2011 at 14:44

      Hallo terx – wenn sich alle so verhielten wie du mit deiner Gruppe – oh, wie schön könnte der 1. Mai dann sein. Leider jedoch ist hier noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, wie mir scheint. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Weiter so!

      • S. on 10. Mai 2011 at 14:40

        Wir hatten auch einen Müllsack dabei den wir unterwegs in einen Mülleimer entsorgt haben.
        Leider aber gibt es in jeder Gruppe einige die das nicht für nötig halten und alles wegwerfen (auch bei uns dabei gewesen).
        Sogar bei mir zu Hause haben die ihren Müll einfach in den Garten meiner Nachbarn geworfen. Ich durfte das dann noch schnell entsorgen, da alle schon aufbrechen wollten und ich das erst dann gesehen habe… Tja was soll man da sagen.
        Seinen Grillabfall stehen zu lassen finde ich aber auch echt unverschämt.. zumindest könnte man das ja in einen Müllsack werfen … wenn der dann stehen bleibt ist das nicht ganz sooooooo tragisch … kann man schneller wegräumen als die ganzen kleinteile..

        Allerdings muss ich sagen haben wir unterwegs auch nur sehr wenige Gruppen getroffen .. vielleicht 2 ?! und halt einige Fahrradfahrer !

  3. purpur on 2. Mai 2011 at 17:04

    Ist doch klar das beim Gulfhaus keiner war. Alle Jugendliches wissen, das dort streng kontrolliert werden würde, das wollen sie natürlich nicht. Die meisten, da spreche ich von dem was ich (17) gehört habe, danken sich auch: “Klar, die wollen alle Jugendliche Vechtas in ein Zelt stecken, um alles möglichst kontrolliert ablaufen zu lassen.” Die Masche wurde von den meisten durchschaut, meiner Meinung nach.
    Außerdem heißt es doch für die meisten, am 1. Mai gehen wir mit dem Bollerwagen durch die Gegend, und nicht wir hören Bands in einem Zelt zu. Das ist für mich ehrlich gesagt auch kein großer Reiz bei dem schönen Wetter.
    Es wird auch nächstes Jahr keiner in dieses Zelt kommen, das zerstört meiner Meinung nach die Tradition. Und wenn, dann sind es besoffene Jugendliche, denen es Spaß macht, gegen die Band anzuschreien oder was auch immer.

    • Maik Asbrede on 2. Mai 2011 at 19:30

      Dem kann ich fast nur zustimmen…
      Am 1. Mai wollen Jugendliche nicht in irgendwelche Zelte, sondern bei dem (hoffentlich meistens) schönen Wetter mit dem Bollerwagen durch die Gegend ziehen. Da könnte man lieber nächstes Jahr auf dem Stoppelmarkt Sanitäre Anlagen zu Verfügung stellen und einen Bierstand aufbauen, vielleicht auch eine Band Open-Air spielen lassen, das würde sicherlich mehr Jugendliche anlocken, denn der Stoppelmarkt ist und bleibt DER Treffpunkt am 1. Mai im Vechtaer Norden.

    • Fabian Dresdner on 3. Mai 2011 at 10:24

      Also ich glaube nicht, dass der Hintergedanke so “böse” war. Finde die Darstellung nun schon etwas drastisch. Es ist ja nun auch nicht so, dass in den letzten Jahren keine “Kontrollen” durch die Stadt (Polizei & Präventionsrat) stattgefunden hätten. Und ich gebe zu bedenken, dass die Gruppen, von denen hier geredet wird, in 2 Kategorien einzuordnen sind. Die einen haben als “Ziel” sich so dermaßen zu besaufen als gäbe es keinen Morgen mehr und die Anderen sind die, die (mehr oder weniger) gesittet Alkohol konsumieren. Das die Elite der “ich-saufe-bis-ich-umfalle”-Gruppe nicht das Gulfhaus aufsucht sollte klar sein, aber ich denke, dass auf die Gruppe gehofft wurde, die am 1.Mai friedlich, gesittet und unterhaltsam den Tag verbringen möchte. Gut, über die Musik lässt sich streiten, aber ich finde das Engagement auf jeden fall löblich; es dürfte niemand sagen, dass die Stadt Vechta versucht etwas für Jugendliche an den Start zu bringen. Wenn es nicht genutzt wird, dann ist es leider so.

      Ich (31) zähle mich ja nun auch schon zum älteren Eisen, aber der jüngeren Generation kann ich nur sagen, dass der 1.Mai zum Vergleich zu früher eh nicht mehr das ist was er mal war.. :-)

  4. Marius Meyer on 7. Mai 2011 at 00:44

    Nur hundert Leute auf dem Stoppelmarkt? Wo gehen die Jugendlichen denn heutzutage am 1. Mai hin. Verglichen mit Welpe früher ist das ja nix. Oder gehen sie am 1. Mai gar nicht mehr weg. Ich war an dem Tag beruflich in den Landkreisen Vechta und Oldenburg unterwegs. Es war das erste Mal seit langem, dass ich am 1. Mai in der Heimat war. Und ich war überrascht, wie wenige Trupps mit Bollerwagen ich gesehen habe.

    • Maik Asbrede on 7. Mai 2011 at 16:10

      Lieber Marius,

      ich glaube, dass lag daran, dass am nächsten Tag Schule bzw. Arbeit stattgefunden hat…

      • Samuel on 9. Mai 2011 at 22:41

        Früher waren die Bollerwagen Touren deutlich beliebter…Ich denke, seitdem Welpe für den 1 Mai nicht mehr zugänglich war, hat das rapide abgenommen. Heutzutage treffen sich mehrere Gruppen eher privat an einem Ort und trinken da vor, kombiniert mit Grillen bevor es dann in die Wuba geht….

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