Wenn der Amtsschimmel Hundesteuer kassieren will

12. September 2011
Von vechtablogger
Böse Falle. Der Hund sollte eigentlich die Tierliebe der Kandidaten-Familie unterstreichen. Die Stadt Vechta sieht es nicht ganz so romantisch. Sie will Hundesteuer. Repro: Matthias Niehues

Böse Falle. Der Hund sollte eigentlich die Tierliebe der Kandidaten-Familie unterstreichen. Die Stadt Vechta sieht es nicht ganz so romantisch. Sie will Hundesteuer. Repro: Matthias Niehues

Die Stadt Vechta hat offenbar den Amtsschimmel wiehern lassen: Der Fotograf Matthias Niehues trat am Sonntag bei der Kommunalwahl für den Vechtaer Stadtrat an. Als Werbung in eigener Sache hatte er einen Kandidatenbrief der OV beilegen lassen. Darauf sind Fotos seiner Familie und eines Hundes zu sehen. Cooper, so heißt der Vierbeiner, wurde prompt zum Fahndungsobjekt der Stadtverwaltung. Niehues bekam einen Brief, in dem er aufgefordert wurde, Hundesteuer zu zahlen. Zum “Beweis” hatte ein eifriger Beamter den Kandidatenbrief beigelgt und den Hund rot angestrichen.

Dabei ist Cooper ein ehrlicher Steuerzahler, versichert  Niehues. Das Tier gehöre nämlich einer befreundeten Familie, Familie Niehues und vor allem die Kinder passten nur sehr häufig auf das Tier auf. Man teile sich den Hund quasi.

Die Stadt Vechta möchte sich zu dem speziellen Fall aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht äußern, teilt ein Sprecher auf Anfrage mit.  Aber allgemein gelte: “Sofern die Stadt Vechta Anlass hat anzunehmen, dass eine solche Hundehaltung vorliegt, der Hund aber nicht angemeldet zu sein scheint, fragt sie nach und bittet den potentiellen Halter,  falls er einen Hund hält, diesen anzumelden”, heißt es in der E-Mail des Stadtsprechers. Eine Überprüfung diene der Steuergerechtigkeit.

Niehues wundert sich, wofür die Beamten im Rathaus Zeit haben: “Ich würde mir wünschen, dass manches so schnell laufen würde wie bei der Hundesteuer.”Als zweiter Vorsitzender des Elternrats am Kolleg St. Thomas wollte er die Sicherheit der Schüler am ZOB nach einem schweren Unfall verbessern. Er habe ein Jahr lang drängen und Beweise sammeln müssen,  bis die Stadt bereit gewesen sei, etwas zu ändern.

Keine ähnlichen Artikel

12 Responses to “ Wenn der Amtsschimmel Hundesteuer kassieren will ”

  1. Christian Meichel via Facebook on 12. September 2011 at 17:16

    So ein Hund auf einem Werbefoto macht sich schon gut….

  2. Christian Meichel via Facebook on 12. September 2011 at 17:17

    Außerdem schreibt man “Selbstständiger” mit zwei “st”

    • Matthias Niehues on 13. September 2011 at 15:01

      Sehr geehrter Herr Meichel,
      der Duden empfiehlt die Schreibweise mit zwei “st”, bemerkt aber auch, dass rund 70 Prozent der Bevölkerung die einfache Schreibweise verwenden. Ich hatte mich deshalb für die Mehrheit entschieden und bitte um Nachsicht.
      Viele Grüße
      Matthias Niehues

  3. Tombo on 12. September 2011 at 17:57

    Autsch, Matthias!

  4. Susanne Ahlers-Wübbeler via Facebook on 12. September 2011 at 19:14

    Von Duden empfohlene Schreibung:
    Selbstständiger
    Alternative Schreibung:
    Selbständiger

  5. Alex de Vos via Facebook on 12. September 2011 at 20:26

    hauptsache selbst und staendig–wuff

  6. NetReaper on 13. September 2011 at 08:54

    Steuerhinterziehung ist ja kein kleines, sondern ein großes Vergehen. Und zwar aus Prinzip. Mit viel Glück kann Herr Matthias Niehues sich noch den Knast ersparen… ;)

    Ein ausdrückliches Lob an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die offenbar die Augen offen halten nach potentiellen Steuerverbrechern(sic!).

    ====== ====== ====== ====== ====== ====== ====== ======
    Niehues wundert sich, wofür die Beamten im Rathaus Zeit haben
    ====== ====== ====== ====== ====== ====== ====== ======
    Lustig, Herr Niehues wundert sich, dass es Menschen gibt die ihrem Job nachgehen?

    ====== ====== ====== ====== ====== ====== ====== ======
    Auf seinen Brief als zweiter Vorsitzender des Elternrats am Kolleg St. Thomas, die Sicherheit der Schüler am ZOB nach einem schweren Unfall zu verbessern, habe er fast ein Jahr lang keine Antwort erhalten.
    ====== ====== ====== ====== ====== ====== ====== ======
    Dabei handelt es sich um ein anderes Ressort, andere Beamte/Angestellte. Typische durchsichtige Ablenkungsdebatte. Bloß schnell das Thema wechseln.
    Getreu dem Motto: “Weitergehen! Hier gibt es nichts zu sehen!”

    Wenn Herr Niehues genau so Politik macht wie er hier argumentiert, dann aber mal gute Nacht.

    • Matthias Niehues on 13. September 2011 at 15:27

      Sehr geehrter NetReaper,

      für die Verbesserung der Schulwegsicherheit beim ZOB habe ich ein knappes Jahr hart kämpfen müssen. Dabei waren die Sicherheitsdefizite offensichtlich. Letztlich wurden nur ein paar Schilder getauscht. Das hätte man auch in wenigen Tagen realisieren können.
      Im Herbst 2009 habe ich Bürgermeister Bartels anhand einiger Beispiele auf die Defizite bei der Sicherheit von Radwegen aufmerksam gemacht. Wiederholt vertröstet wurde ich auf eine Gutachten, dass er in Auftrage gegeben haben will. Dies wurde bis heute nicht präsentiert. Verbesserungen hat es zwischenzeitlich aber auch nicht gegeben.

      Umso ärgerlicher ist es dann, wenn man als ehrlicher Steuerzahler an anderer Stelle merkt, dass ungeprüfte Forderungen offensichtlich innerhalb von 24 Stunden erhoben werden …

      Ich möchte mich für eine Verbesserung der Schulwegsicherheit und eine des innerstädtischen Verkehrs einsetzen. Das können Sie gerne mit Argusaugen verfolgen. Sie werden nicht lange warten müssen!

      Viele Grüße

      Matthias Niehues

  7. Steuerehrlicher Bürger on 13. September 2011 at 11:52

    Eigentor Niehues. Wer [Beleidigung von der Redaktion entfernt] damit angibt, Besitzer eines Hundes zu sein, sollte nicht vergessen, diesen dann auch anzumelden. Erst recht, wenn man beabsichtigt, Mitglied des Vechtaer Stadtrates zu werden. Dort hat man Vorbildfunktion und als Ratsherr wäre es gar seine moralische Pflicht, dem Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine Belobigung auszusprechen. Es geht in unserer Welt halt nicht nach dem Prinzip, was für mich gut ist, das nehme ich; alles andere kritisiere ich. Auf dem Flyer stand eben nicht, dass der Hund der Großtante der Nichte des Neffen der Schwester des Onkels väterlicherseits gehört und dieser selbstverständlich angemeldet ist, ts ts.

    Das Recht gilt für alle gleich. Das wird auch Ratsherr Niehues lernen müssen. “An ihren Taten sollt ihr sie erkennen”.

    • Matthias Niehues on 13. September 2011 at 14:38

      Lieber Steuerehrlicher Bürger,

      Cooper ist seit seiner Geburt ordentlich angemeldet und, wie berichtet, werden für ihn Steuern entrichtet. Versichert ist er übrigens auch.

      Ich würde es begrüßen, wenn Sie sich in diesem Blog mit ihrem Namen angemeldet hätten. Zur Ehrlichkeit gehört auch, dass man sich nicht anonym versteckt.

      Viele Grüße

      Matthias Niehues

      • Maik Asbrede on 13. September 2011 at 21:48

        Dem kann ich mich nur anschließen, Herr Niehues.

        Man sollte doch wenigstens hinter seiner Meinung stehen, dazu gehört nunmal seinen Namen anzugeben.

  8. Marin Niehues on 16. Oktober 2011 at 21:33

    Ich finde es doch interessant was für Kommentare hier gepostet werden, man sollte meinen das wäre auf meine Altersgruppe beschränkt. Man versucht anscheinend so verzweifelt Matthias ein Eigentor zuzuschreiben, dass man sich sogar auf angebliche Rechtschreibfehler bezieht ohne voher zu prüfen ob dieser fiktive Fehler auch wirklich einer ist. Es geht doch eher um das Prinzip, bei welchem ich Matthias absolut zustimme, das man unglaublich lange braucht um Sicherheit im Verkehr zu gewährleisten zu können, es aber in unter 24 Stunden schafft einen angeblichen “steuersündigen” Hund über ein Zeitungsflugblatt ausfindig zu machen.
    Zu dem Kommentar von NetReaper, natürlich muss man sich nicht wundern das Beamte ihren Job nachgehen, aber ich bitte sie ist es normal das man sowas in unter 24 Stunden bearbeiten kann und andere Dokumente Tage, bzw. Wochenlang gnadenlos unbeachtet unbearbeitet bleiben ?

Einen Kommentar hinterlassen